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Informationen zur Visabeantragung, Einreise nach Deutschland und Quarantänebestimmungen

30.06.2020 - Artikel

Hier finden Sie Informationen zur Visabeantragung, Einreisen nach Deutschland und Quarantänebestimmungen.

1. Visumbearbeitung


Visa können derzeit nur in den nachstehend genannten Ausnahmefällen erteilt werden:

Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal, Personal im Gütertransport sowie sonstiges Transportpersonal 

Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft 

Seeleute zum Zweck der Durchreise zum Erreichen des Abfahrtshafens eines Schiffes oder eines Flughafens, um in einen Drittstaat zurückzukehren

Vorübergehende Besuchsreisen in folgenden Fällen:
- Besuchsreisen von drittstaatsangehörigen Familienangehörigen der sog. „Kernfamilie“ (d.h. Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, minderjährige Kinder und Eltern minderjähriger Kinder) von Deutschen, EU-Bürgern, Staatsangehörigen Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder des Vereinigten Königreichs oder von Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland. Die Einreise kann alleine oder gemeinsam erfolgen. Bei Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland ist zusätzlich Voraussetzung, dass diese ihren dauerhaften Aufenthalt in Deutschland hat.

- nur aus zwingenden familiären Gründen (Geburten, Hochzeiten, Todesfälle/Beerdigungen oder andere besondere Ausnahmefälle, in denen ein zwingender familiärer Grund vorliegt):

Besuchsreisen von Verwandten 1. und 2. Grades, die nicht zur „Kernfamilie“ gehören (d.h. volljährige Kinder, Eltern volljähriger Kinder, Geschwister und Großeltern), von Deutschen, EU-Bürgern, Staatsangehörigen Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder des Vereinigten Königreichs oder von Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland

- Besuchsreisen des drittstaatsangehörigen Partners zu seinem nicht verheirateten/nicht verpartnerten Partner in Deutschland. Der einladende Partner muss Deutscher, sonstiger EU-Staatsangehöriger oder Drittstaatsangehöriger mit langfristigem Aufenthaltsrecht in Deutschland sein.
Voraussetzung ist, dass die Beziehung/Partnerschaft langfristig, d.h. auf Dauer angelegt ist und beide Partner sich zuvor mindestens ein Mal persönlich in Deutschland getroffen haben oder bis vor kurzem einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland hatten.
Zum Nachweis sind geeignete Unterlagen mitzuführen:
Schriftliche Einladung der in Deutschland wohnhaften Person (nebst Kopie der Ausweispapiere), eine Erklärung beider Partner zur Beziehung  / zur gemeinsamen Einreise sowie Nachweise über vorherige persönliche Treffen (insbesondere anhand von Passstempeln bzw. Reiseunterlagen/Flugtickets oder Nachweise über einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland (beispielsweise Meldebescheinigungen)). Ergänzend ist eine Dokumentation durch Fotos, Soziale Medien, Brief- oder E-Mailkorrespondenz möglich.

-Bei schwerwiegendem persönlichen Grund:
Besuchsreisen gemeinsam reisender unverheirateter Paare aus dem Ausland (z.B. Hochzeit, Krankheit oder Beisetzung naher Angehöriger). Einer der Partner muss Deutscher oder sonstiger EU-Staatsangehöriger sein. 

- Diplomaten,  Personal internationaler Organisationen, militärisches Personal, und humanitäre Helfer in Ausübung ihrer Tätigkeit

- Geschäftsreisen von Drittstaatsangehörigen sind unter gewissen Voraussetzungen möglich. Selbständige und angestellte Geschäftsreisende, einschließlich der Angehörigen der Verwaltungsorgane von Gesellschaften können nach Deutschland einreisen. Eine Einreise ist möglich, wenn es sich bei Ihnen um ausländische Fachkräfte oder hoch qualifizierte Arbeitnehmer handelt, deren Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und deren Arbeit nicht aufgeschoben oder im Ausland ausgeführt werden kann. Insofern ist eine Glaubhaftmachung erforderlich, dass die Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und die Arbeit nicht aufgeschoben oder im Ausland ausgeführt werden kann. Die Glaubhaftmachung erfolgt dabei durch eine Bescheinigung des Arbeit- bzw. Auftraggebers.

- Passagiere im Transitverkehr

- Personen, die internationalen Schutz  oder Schutz aus anderen humanitären Gründen benötigen, inklusive zwingender medizinischer Gründe

- Anträge auf Familiennachzug. Wenn die Einreise für einen Daueraufenthalt aufgrund einer der hier genannten Ausnahmen möglich ist, ist eine zeitgleiche gemeinsame Einreise der Familienangehörigen ebenfalls möglich (z.B. gleichzeitige Miteinreise des Ehegatten und der minderjährigen Kinder der Fachkraft).

- Anträge von Fachkräften und hoch qualifizierten Arbeitnehmern aus den folgenden Antragskategorien:
- Fachkräfte mit einem konkreten Arbeitsplatzangebot im Sinne der gesetzlichen Definition (§§ 18 Abs. 3, 18a, 18b AufenthG) , das durch die Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis nachgewiesen wird
- Wissenschaftler / Forscher (§18d AufenthG)
- Entsendungen (§19c Abs. 1 i.V.m. §10 BeschV) und ICT beschränkt auf Führungskräfte und Spezialisten (§§ 19 Abs. 2, 19b AufenthG)
- Leitende Angestellte
- Führungskräfte und Spezialisten (§ 19c Abs. 1 i.V.m. § 3 BeschV)
- IT-Spezialisten (§19c Abs. 2 AufenthG i.V.m. § 6 BeschV)
- Beschäftigungen in besonderem. öffentlichem Interesse (§ 19c Abs. 3 AufenthG)
- Geschäftsreisende
Voraussetzung für die Einreise als Fachkraft oder hoch qualifizierter Arbeitnehmer ist jeweils Nachweis der Präsenzpflicht in Deutschland (etwa z.B. durch die Vorlage eines Arbeitsvertrags) und Glaubhaftmachung, dass Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und Arbeit nicht zeitlich verschoben oder aus dem Ausland verrichtet werden kann (durch die Vorlage einer Bescheinigung des Arbeitgebers/Auftraggebers). Die wirtschaftliche Notwendigkeit bezieht sich auf die Wirtschaftsbeziehungen und/oder die Wirtschaft Deutschlands oder des Binnenmarkts. Entsprechende Belege sind bei der Reise mitzuführen und bei der Grenzkontrolle vorzulegen.

- Studierende, deren Studium nicht vollständig vom Ausland durchgeführt werden kann. Unter diese Ausnahme fallen alle, die einen Zulassungsbescheid haben (auch wenn ein Sprachkurs oder ein Praktikum vorgeschaltet ist). Nicht aber Studienbewerber und diejenigen, die z.B. zum Sprachkurs einreisen und sich später nach einem Studium umsehen wollen (isolierter Sprachkurs). Nachweis der Präsenzpflicht in Deutschland durch Bestätigung der Hochschule (z.B. per E-Mail) erforderlich; Unterlagen sind auch bei Grenzkontrolle vorzulegen

- Auszubildende, die eine qualifizierte Ausbildung absolvieren. Es muss sich damit um eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Beruf handeln, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist (mit ausbildungsvorbereitendem Sprachkurs). Voraussetzung ist die Vorlage einer Bestätigung des Ausbildungsträgers, dass die Anwesenheit trotz der derzeit coronabedingten Situation (Präsenz und nicht nur online) erforderlich ist.

- Teilnehmer von Qualifizierungsmaßnahmen mit dem Ziel der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsausbildung. Auch hier bedarf es der Vorlage einer Bestätigung des Bildungsträgers, dass die Anwesenheit trotz der derzeitigen coronabedingten Situation (Präsenz und nicht nur online) erforderlich ist.

- Schüler, die für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten ein Internat besuchen (ggf. mit vorgeschaltetem Sprachkurs)


2. Einreisebeschränkungen für Deutschland

Eine Einreise aus Israel ist im Regelfall aufgrund bestehender Einreisebeschränkungen nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie unten unter dem Stichwort zwingende Notwendigkeit.

Für Deutschland gelten Reisebeschränkungen bei der Einreise aus vielen Staaten. Bitte informieren Sie sich vor Ihrer Reise auch beim BMI, welche Regelungen in Bezug auf das Land, aus dem Sie nach Deutschland einreisen, im Einzelnen gelten.

Grundsätzlich ist eine Einreise möglich aus:

  • EU-Mitgliedstaaten
  • Schengen-assoziierten Staaten: Island, Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein
  • Großbritannien
  • Weiteren Staaten, aus denen aufgrund der epidemiologischen Lagebewertung durch die EU Einreise ermöglicht wird

Eine Einreise aus anderen Staaten ist nur in Ausnahmefällen möglich. Voraussetzung ist, dass eine zwingende Notwendigkeit gegeben ist.


3. Quarantäneregelung und Covid-19-Tests bei Einreise nach Deutschland

Für Einreisen aus Israel gilt grundsätzlich, dass sie sich unmittelbar nach Einreise 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen.

Bei Einreise nach Deutschland mit Voraufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14 Tage 

  • müssen Sie sich demnach nach der Einreise in Deutschland unmittelbar an ihren Zielort begeben,
  • sich dort häuslich absondern bis ein negatives Testergebnis vorliegt (Einzelheiten hierzu unter: Ausnahme: negatives Testergebnis nachweisbar (siehe weiter unten) und das negative Testergebnis den zuständigen Behörden, i.d.R. Gesundheitsamt auf Anforderung nachweisen und
  • sich per E-Mail oder Telefon bei der für Sie zuständigen Behörde, i.d.R. Gesundheitsamt am Wohnort/Unterkunft melden.

 Info

Als Voraufenthalt in einem Risikogebiet gilt ein Aufenthalt zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise. 

Maßgeblich ist, ob das Gebiet zum Zeitpunkt der Einreise als Risikogebiet ausgewiesen war (d.h. nicht zwangsläufig zum Zeitpunkt des Aufenthalts).

Ausnahme: Durchreise (Transit

Die Pflicht zur häuslichen Absonderung besteht nicht bei Transitaufenthalten. Sie sind in diesem Falle allerdings verpflichtet, Deutschland unmittelbar zu verlassen.

Ausnahme: negatives Testergebnis nachweisbar 

Wenn Sie nachweisen können, sich nicht mit Covid 19 infiziert zu haben, ist in den meisten Bundesländern keine Quarantäne erforderlich. In bestimmten Bundesländern ist dafür jedoch eine Wiederholungstestung nach einigen Tagen notwendig.

Der Nachweis muss durch ein ärztliches Zeugnis erbracht werden. Der molekularbiologische Test auf Vorliegen einer Infektion darf höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgt sein (d.h. das Ergebnis darf bei Einreise maximal 48 Stunden alt sein). Der Test muss in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat mit vergleichbarem Qualitätsstandard vorgenommen worden sein.

Alternativ kann der Test nach Einreise 

    am Ort des Grenzübertritts oder
    am Ort der Unterbringung erfolgen.

Der Test ist für Reisende innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise kostenlos und kann zum Beispiel an Flughäfen erfolgen. 

Das Testergebnis muss - unabhängig davon, ob die Testung vor oder nach Einreise erfolgte - für mindestens 14 Tage nach Einreise aufbewahrt werde. Es muss dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorgelegt werden.


Änderungen der Quarantäneregelungen ab voraussichtlich 08.11.2020 

Es besteht eine neue Musterquarantäneverordnung, die voraussichtlich bis zum 08.11.2020 von den Bundesländern umgesetzt wird. 

Laut Musterverordnung müssen Personen, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen, sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Es ist möglich, die Quarantäne nach 5 Tagen durch einen negativen Coronatest zu verkürzen. Weitere Ausnahmen von der Quarantänepflicht können auf den Webseiten der einzelnen Bundesländer eingesehen werden.

Bitte informieren Sie sich über die Webseite ihres Zielbundeslandes über dort geltende Regelungen, da Abweichungen sowie Ergänzungen zur Musterverordnung möglich sind.


Gesetzestexte zu den Einreisebestimmungen

Gesetzestext: Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

Gesetzestext: Aufenthaltsverordnung (AufenthV)

Gesetzestext: Beschäftigungsverordnung (BeschV)



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